Melodie & Rhythmus

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Magazin

Furchtlos gegen Entfremdung
M&R und jW feierten den 100. Geburtstag von Erich Fried mit einer großen Filmschau und Gala

Bei der Veranstaltung am 8. Mai unter dem Titel »Rettung der Welt vor der Wirklichkeit« standten die politische Lyrik und die marxistische Weltanschauung von Erich Fried im Mittelpunkt. In Anlehnung an Che Guevaras Forderung an die Kunst habe Erich Fried den Kampf gegen die Entfremdung des Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft als seine Lebensaufgabe betrachtet, betonte die Chefredakteurin der M&R, Susann Witt-Stahl, in ihrer Eröffnungsrede. weiterlesen

Spät, aber nicht zu spät
Mit Hannes Zerbe würdigt Berlin einen der bedeutendsten Jazzkomponisten der DDR

Hannes Zerbe war in seinem Metier, wie er selbst einmal gesagt hat, ein »absoluter Spätentwickler«. Zum Jazz kam der 1941 in Lodz geborene Komponist und Pianist nämlich erst im Jahr 1970, als er in der Berliner Nachtbar Café Moskau die Gospelsängerin Etta Cameron kennenlernte. weiterlesen

Kunst & Künstler

Avi MograbiIm Räderwerk der Besatzungsmaschinerie
Avi Mograbis kurzes Handbuch für ein 54 Jahre dauerndes Unterdrückungsregime

Der israelische Filmemacher Avi Mograbi setzt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem alltäglichen Terror der Besatzungspolitik in Palästina auseinander – willkürliche Tötungen und andere Gewalt gegen Zivilisten, Verhaftungen, nächtliche Hausdurchsuchungen und so weiter. Charakteristisch für sein teilweise experimentelles Kino sind eine gehörige Portion Selbstironie und ein bitterböser Humor. Sein neuer Film »Die ersten 54 Jahre« wurde auf der diesjährigen Berlinale aufgeführt. M&R sprach mit Mograbi über die Konzeption und Ästhetik seiner kunstvollen Dokumentationen, seine Arbeitsweise, die Rezeption seines Schaffens in Israel und Deutschland – und auch über die jüngste Eskalation. weiterlesen
Foto: Jose Kattan

»Schmerz ist Wahrheit«
Bildgewaltige Verfilmung von J.M. Coetzees Parabel von der Barbarei des Kolonialismus

Ciro Guerra gilt heute als der bedeutendste Regisseur Kolumbiens. 2015 war ihm mit »Der Schamane und die Schlange« der internationale Durchbruch gelungen. Ende 2020 brachte er seine Verfilmung des Romans »Warten auf die Barbaren« des südafrikanischen Schriftstellers J.M. Coetzee aus dem Jahr 1980 heraus, der in der Grenzregion eines fiktiven Imperiums spielt – eine erschütternde Anklage der Verbrechen des Kolonialismus. M&R sprach mit Guerra über seine künstlerische Verarbeitung von Gewalt und Leiden als Zivilisationskritik, seine Arbeit mit Kinoikonen wie Johnny Depp und dem Kameramann Chris Menges sowie über die Rezeption seines Films in postkolonialen Ländern. weiterlesen

Christoph HeinSich regen ist besser als aufregen
M&R-FRAGEBOGEN: Christoph Hein

Einfach mal über andere Dinge reden als über das neueste Buch oder das jüngste Album. M&R stellt Künstlern existenzielle Fragen, zielt auf Bekenntnisse und führt sie auf politische und kulturelle Terrains, auf denen sie sich gewöhnlich nicht bewegen. Aber nicht nur das: Herum- und herausreden gilt nicht. Wir nötigen zu knappen und klaren Statements. weiterlesen
Foto: Heike Steinweg / Suhrkamp Verlag

Titelthema

Zerlegt, zerhackt, zu Scheiben geformt
Die Fleischindustrie strebt nach restloser Ausschlachtung von Tieren und Arbeitskräften – für Literaten eine Allegorie des Kapitalismus als totalitärer Ökonomie

Im Roman »Der Bauch von Paris«, den Émile Zola 1873 veröffentlichte, beschreibt der Autor das Schlachten von Tieren als unangenehmes, aber notwendiges Handwerk – Manufaktur. Auf dem Markt, an den ihr Fleisch geliefert wird, ist erkennbar, von welchem Tier und von welchem seiner Körperteile es stammt: »Sie sahen Pakete von Hammelfüßen abladen, die auf der Erde aufgehäuft werden gleich schmutzigen Pflastersteinen, die großen, starren Zungen, die den blutigen Riss der Kehle zeigten, die festen und losgelösten Ochsenherzen, die stummen Glocken glichen. Was sie ganz besonders erbeben machte, waren die großen, bluttriefenden Körbe voll Hammelköpfen mit ihren fetten Hörnern und dem schwarzen Maul, das frische Fleisch noch mit einem Fetzen wolliger Haut bedeckt.« weiterlesen

Antiidealistische Empörung
Alfred Hrdlickas brutal-realistische Utopie der Fleischheit

Der Mensch sei in der bürgerlichen Kunst nach 1945 zur Persona non grata erniedrigt worden. In vielen Kunstrichtungen der Postmoderne würden nur noch »Weltbilder ohne Menschenbild« geformt, schrieb der Bildhauer, Zeichner und Maler Alfred Hrdlicka (1928–2009) in einem Essay mit dem Titel »Die Ästhetik des automatischen Faschismus« aus dem Jahr 1983. weiterlesen

Sinnlichkeit auf Bühnen der DDR
Gegen die Banalität des Nackten

Selbstbewusstsein und Lust an sich sind Aspekte einer Freiheit, die mit der Freikörperkultur an den Badestränden der DDR nur den natürlichen Ausdruck dessen augenfällig erfahrbar machte, was im Alltag ohnehin herrschte. Das heutige Duckmäusertum gegenüber Chefs angesichts einer allgegenwärtigen Existenzangst fand in den Kollektiven der volkseigenen Betriebe solcherart keinen Raum, Statusgehabe schon gar nicht. weiterlesen

»In the Flesh?«
Über das Körpermotiv bei Roger Waters

Wenn er Gott gewesen wäre, hebt Roger Waters an, dann wären seine Venen im Gesicht widerstandsfähiger gegen Alkohol – und weniger anfällig für Alterung. Es waren nach 25 Jahren die ersten neuen Zeilen, die er gesungen hat. Sein Comeback-Album »Is This the Life We Really Want?« erschien 2017 und wurde sofort als der wichtige Kommentar zum Zeitgeist unserer Gegenwart erkannt, der er tatsächlich ist. weiterlesen

Werke

S038ff_5_DSC_2655 - KopiePanik, Entsetzen, Flehen
Konfrontation mit dem Grauen der Schlachtindustrie
Fotoreportage von Aitor Garmendia weiterlesen
Foto: Aitor Garmendia

Der Horror ist die größte Motivation
Aitor Garmendia bildet mit drastischem Realismus das Leiden für den Profit des Fleischkapitals ab

Der baskische Fotograf und bildende Künstler Aitor Garmendia dokumentiert den Alltag in den Mast- und Schlachtanlagen der Tierindustrie. Seine Bilder, die er in Spanien, Italien, Großbritannien und Mexiko aufgenommen hat und deren schonungslose Härte an Zeichnungen und Gemälde von Francisco de Goya erinnert, wurden international prämiert – etwa bei den Tokyo International Foto Awards 2018, den Latin International Photography Awards 2018 und 2021 beim World Press Photo Award. M&R sprach mit dem ehemaligen Tierrechtsaktivisten über seine Motive, seine Methoden, seine Ästhetik und seine Schmerzgrenzen. weiterlesen

KRITIK & REFLEXION

Songanalyse: »An allem sind die Juden schuld« – Friedrich Hollaender
Antisemitismus als lächerliche Absurdität

Das Couplet »An allem sind die Juden schuld«, das vor 90 Jahren im Berliner Tingel-Tangel-Theater in einer Interpretation der Kabarettistin Annemarie Hase in einer Revue uraufgeführt wurde, ist bemerkenswert. Der Komponist Friedrich Hollaender griff damit nicht nur den im damaligen Deutschland grassierenden Antisemitismus scharf und sarkastisch an, sondern das Lied erschien auch zu einem für derlei öffentliche Polemiken höchst prekären Zeitpunkt: Rund eineinhalb Jahre später gelangte Hitler an die Macht. weiterlesen

Enteignung des Fleischkapitals
Ein Zeitungsprojekt marxistischer Tierbefreier sagt Tönnies & Co. den Kampf an

Die Fleischindustrie beutet Arbeiter und Tiere aus und ist im großen Stil für die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen mitverantwortlich. Das hat »Auswirkungen, die längst auch für die Mehrheit der Bevölkerung auf dem Planeten und sein Ökosystem eine ernsthafte Bedrohung darstellen«, heißt es im Editorial der vom Bündnis Marxismus und Tierbefreiung (MuTb) herausgegebenen Zeitung mit dem Titel »Das Fleischkapital«. weiterlesen

Politische Kultur & Zeitgeist

Fette Beute
Israels Krieg als Identitätsstifter für eine neue deutsche Volksgemeinschaft

Jeder könne im Internet sehen, »mit welcher Gewalt die Al-Aqsa-Moschee entweiht wurde«, schrieb die US-amerikanische jüdische Philosophin und Direktorin des Potsdamer Einstein Forums, Susan Neiman, in der Zeit vom 27. Mai und fragte: »Wie hätte die Welt denn reagiert, wenn der Petersdom am Heiligabend von Truppen mit Tränengas und Gummigeschossen gestürmt worden wäre? Doch seit die Bilder von den Angriffen auf Gaza – denen 66 Kinder zum Opfer fielen – um die Welt gingen, fokussieren sich deutsche Medien auf die Szenen, in denen Demonstranten vor einer Synagoge ›Scheißjuden‹ skandierten.« Neimans Artikel bildete hierzulande eine Ausnahme. weiterlesen

S84f_imago0105322718h»Sinophobie ist zur unverrückbaren Norm geworden«
Das Qiao-Medienprojekt will Propagandalügen des US-Imperialismus entlarven

Der chinesische Begriff »Qiao« bedeutet Brücke – eine solche will das gleichnamige Medienkollektiv zwischen politisch wachen Bewohnern der westlichen Welt und der Volksrepublik China schlagen. Dafür versucht es beispielsweise, Einblicke in die sozialistischen Errungenschaften Chinas zu geben oder Falschinformationen über die chinesische Minderheitenpolitik in Xinjiang zu korrigieren; es analysiert den gegenwärtigen US-Imperialismus, berichtet über dessen Vorstöße im Südchinesischen Meer und kritisiert die grassierende Sinophobie. weiterlesen
Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Standpunkte

Zeichen der Freiheit
Warum die Emanzipation des Menschen ohne den revolutionären Kampf gegen die zerstörerische Herrschaft des Kapitals über die Natur nicht zu haben ist

Die Sorge um die unterjochte Natur ist in aller Munde. Angesichts von Artensterben, Massentierhaltung und Klimawandel geben sich Politiker, die bislang die vom Kapital bewirkten Zerstörungen mit flankierenden Maßnahmen begleiteten, als geläutert und plädieren für einen grünen Kapitalismus – also dafür, zum Nutzen von ›Mensch‹ und ›Natur‹ ›Ökologie‹ und die herrschende ›Ökonomie‹ miteinander zu vereinbaren. Allein die kapitalistische Wirtschaftsweise sei in der Lage, das zum Guten zu wenden, was sie selbst bisher angerichtet hat. weiterlesen

Die Grünen: Krückenpartei
Eine Polemik von Henning Venske

Kaum zu glauben, aber es gab ein Leben vor Annalena – ein Gegenmilieu zu den Parteien, eine linksalternative, kapitalismuskritische Szene: die Anti-AKW- und Friedensbewegung, Umweltinitiativen und Feministinnen, Hausbesetzer und so weiter. Klar, dass da Mitte der 1970er-Jahre die Idee aufkam, eine Anti-Parteien-Partei zu gründen: Befürworter waren der Ansicht, es sei sinnvoll, das Protestpotenzial im Parlament zu bündeln; Gegner sprachen vom Ausverkauf der bunten Wehrt-euch-Agenda. weiterlesen

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Marx für alle

Unblock Cuba

estherbejarano Am 10. Juli 2021 verstarb Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren.
Aus dem M&R-Archiv:
Interview und Veranstaltungen mit Esther Bejarano

Foto: Axel Heimken/dpa

Stellenausschreibung

Der Verlag 8. Mai sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt
• Verlagsmitarbeiter (w/m/d) für den Aboservice/Vertrieb (Vollzeit)

TOP 10: Juli 2021

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